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Die Friedreich Ataxie ist eine fortschreitende neurologische Krankheit.
Sie wurde im Jahre 1881 vom deutschen Neurologen Nicolas Friedreich
erstmals beschrieben.
Sie ist die am häufigsten auftretende erbliche
Ataxie und trifft ungefähr eine von 30'000 Personen. Der Erbgang
ist rezessiv.
Die Störungen der Bewegungsabläufe treten in der Regel beim Kind, beim
Jugendlichen oder beim jungen Erwachsenen auf. Die klinische Symptomatik
dieser spinocerebellären
Ataxie umfasst Pyramidenbahnzeichen
des Typs Babinski,
fehlende Reflexe, Schwierigkeiten der Oberflächen- u. Tiefensensibilität,
Dysarthrie,
Kardiomyopathie.
Andere Symptome treten sehr individuell auf, wie zum Beispiel Hohlfüsse,
Skoliose, Rückgang der Hörschärfe, Diabetes. Bei fortschreitender Entwicklung
der Krankheit wird die Benützung eines Rollstuhls unumgänglich. Bis
heute hat keine Behandlung den Beweis ihrer Wirksamkeit erbracht. Die
Betreuung der Patienten beschränkt sich auf eine Überwachung und eine
funktionelle Umschulung.
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Die genetischen Studien, die seit dem Ende der achtziger Jahre durchgeführt
wurden, führten im Jahre 1996 zur Entdeckung des für die Friedreich
Ataxie verantwortlichen Genes durch ein Forscherteam unter Michel Koenig.
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Normales Chromosom |
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Chromosom, welches das Krankheitsgen
trägt |
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Gesunde Person |
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Kranke Person |
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Gesunde
Genträger die das Gen übertragen ohne Krank zu sein |
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Vor 1996 war während Jahren lediglich bekannt, dass sich das FRDA-Gen
auf dem längeren Arm von Chromosom 9 befinden muss. Mittlerweile steht
fest, dass Frataxin
(das aus 216 Aminosäuren bestehende, durch das Friedreich Ataxie-Gen
codierte Protein) in den Mitochondrien
der Zellen zu lokalisieren ist.
Frataxin
ist bei den an Friedreich'scher Ataxie Erkrankten in nur geringen Mengen
vorhanden. Insofern kann von einem Funktionsverlust des Frataxins
gesprochen werden.
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Vor kurzem hat ein Team französischer Forscher die funktionelle Anomalie, welche für die Friedreich Ataxie verantwortlich ist, identifiziert. Es handelt sich um ein Defizit in der mitochondrialen Atmungskette, das auf einen Angriff durch freie Radikale zurückzuführen ist.
Es ist eine Eisenüberladung in den Mitochondrien, welche für die Atmungskette höchst giftige Sauerstoffradikale erzeugt.
Mitochondrien bieten mehrere Abwehrsysteme auf. Einer der dabei verwendeten Stoffe ist Coenzym Q10, Bestandteil der Atmungskette mit überaus wichtiger oxydationshemmender Funktion auf dem Niveau membranärer Proteine überhaupt. Idebenonist ist beinahe identisch mit Coenzym Q10, hat aber eine kürzere molekulare Kette und bietet so einen wirksamen Schutz vor den freien Radikalen, die durch die Überschuss an Eisen hervorgerufen werden.
Diese oxydationshemmenden Wirkstoffe sind eine grosse Hoffnung zur wirksamen Behandlung der Friedreich'schen Ataxie. Entsprechende Studien sind gegenwärtig im Gang.
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